Aktuelle Veranstaltungen

Pressemitteilung
Geschichte und Identität V.
Usbekistan und Deutschland: 1919, 1929, 1939, 1949, 1979, 1989, 2009
Taschkent, 12. - 15. Mai 2009


Zum fünften Mal seit 2005 laden deutsche Institutionen zu einer Projektwoche „Geschichte und Identität" ein, die in diesem Jahr vom 12. - 15. Mai 2009 unter dem Schwerpunkt „Usbekistan und Deutschland: 1919, 1929, 1939, 1949, 1979, 1989, 2009" stattfinden wird. Dabei ist die Freude über das fünfjährige Jubiläum der Veranstaltung in diesem Jahr besonders groß.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst, der Deutsche Volkshochschul-Verband, die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Goethe-Institut führen somit gemeinsam mit deutschen und usbekischen Experten, Zeitzeugen, Studenten und interessiertem Publikum den Dialog über Zeitgeschichte und deren Einfluss auf persönliche, kulturelle und nationale Identität fort.


altDer Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung liegt auf den historischen Ereignissen der „9er Jahre" des zwanzigsten Jahrhunderts, also den jeweils letzten Jahren wichtiger Dekaden der jüngeren Vergangenheit. So wirkte sich die Oktoberevolution in Turkestan, der zentralasiatischen Region vor Herausbildung seiner Sowjetrepubliken, in Form eines Bürgerkriegs aus, der im Jahre 1919 die Machtverhältnisse erschütterte. 1929 hatte die Kollektivierung, die erzwungene Zusammenlegung landwirtschaftlicher Betriebe zu Kolchosen und Sowchosen, bereits eingesetzt. 1939 markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und Europa, während in Zentralasien die Industrialisierung ihren Anfang nimmt. Zehn Jahre später, 1949, ersteht Deutschland langsam wieder aus den Trümmern des Krieges: Im Westen wird die Bundesrepublik Deutschland geboren und das Grundgesetz verabschiedet, im Osten die Deutsche Demokratische Republik ausgerufen. Eine nationale Tragödie ereignet sich 1979 für Usbekistan mit dem Absturz des Flugzeugs der Taschkenter Fußballmannschaft „Paxtakor". Europa erlebt nach vierzig Jahren der Trennung West- und Ostdeutschlands im Jahre 1989 den Zusammenbruch der DDR. Die Berliner Mauer fällt und es beginnt ein Prozess der Wiederannäherung der Deutschen beider Seiten aneinander. Im Jahre 2009 erinnern wir uns der Gründung der Bundesrepublik vor 60 Jahren.

Den Beginn der Projektwoche bildet am 12. Mai (Dienstag) eine Konferenz im Goethe-Institut, bei der Experten aus Deutschland, Usbekistan und Russland mit ihren unterschiedlichen Beiträgen zu Wort kommen mit Themen wie u.a. „1929. Tragische Seiten des Terrors im Schicksal der Usbeken", „Gemeinschaftsprojekt zur Sozialgeschichte: Erfahrungen, Schwierigkeiten und Sozialwirkung", „Die Kombination von oral history und anderen Methoden der Geschichtsforschung bei der Wahrnehmung der Selbstdarstellung eines Museums (Erfahrungen des Museums zum Gedenken an die Repressionsopfer)", „1989: Wächst das zusammen, was zusammengehört? Was verbindet eigentlich die Bürger Deutschlands?", „1929: Das Jahr des großen Umbruchs", „Von Bonn nach Berlin - 1989-2009: Die Bundesrepublik auf dem Weg nach Deutschland" und „Identitätsentwicklung in Usbekistan auf individueller, sozialer und staatlicher Ebene in den letzten zwanzig Jahren".

In den darauf folgenden Tagen bieten die Organisatoren verschiedene Workshops, Seminare und Vorträge an.

Dabei konzentriert sich das Goethe-Institut mit seinem deutschen Referenten Dr. Klaus Naumann vom Hamburger Institut für Sozialforschung auf den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel in Deutschland seit dem Fall der Mauer und dem Ende der Sowjetunion. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Prozessen der nationalen Identitätsfindung und -konstruktion sowie der nationalen Erinnerungskultur in Deutschland seit 1989. Der usbekische Referent des Goethe-Instituts, Prof. Dr. Alisher Faisullaev von der Universität für Weltwirtschaft und Diplomatie, beschäftigt sich mit der Identitätsentwicklung in Usbekistan in den letzten zwanzig Jahren sowohl auf individueller, wie auch auf gesellschaftlicher und staatlicher Ebene.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung befasst sich mit den Gemeinsamkeiten der West- und Ostdeutschen, die für mehrere Jahrzehnte ihre ideologisch ganz unterschiedlichen Wege gegangen sind.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband setzt seine in den Vorjahren begonnene Arbeit fort und wird im Rahmen der Geschichtswoche u.a. ein Seminar zu Methoden der Zeitzeugenarbeit für einheimische Erwachsenenbildner organisieren.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst wird mit seinem Referenten, Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte, Direktor der Europäischen Akademie Berlin, die Entwicklung der Europäischen Union und Deutschlands nach 1989 bis ins Jahr 2009 nachzeichnen und hier auch einen Ausblick auf die nähere Zukunft geben. Des Weiteren wird der usbekische Referent des DAAD einen Vortrag zur Rolle des Islam in politischen Entscheidungen Karakalpakstans 1919-1929 halten.
Am 13. Mai (Mittwoch) findet abends um 18:00 Uhr im Goethe-Institut eine Veranstaltung zu den für Deutschland wichtigen Jahreszahlen 1949, 1989 und 2009 statt. In einer Podiumsdiskussion mit Dr. Klaus Naumann (Referent des Goethe-Instituts), Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte (Referent des DAAD) und Dr. Beate Eschment (Referentin der FES) wird das Thema „Nach dem Mauerfall. 1989 als historische Zäsur nicht nur für Deutschland" diskutiert, das sowohl für Deutschland wie auch für die für die ehemaligen Sowjetrepubliken große historische Bedeutung hat.

Im Anschluss an die Diskussion wird der Film „Novemberkind" von Christian Schwochow aus dem Jahr 2008 gezeigt. Der preisgekrönte Film behandelt die Geschichte einer jungen Frau in Ostdeutschland, die sich auf die Suche nach ihrer Mutter macht. Diese war nicht etwa gestorben, wie die Tochter ihr ganzes Leben glaubte, sondern lebte nach einer Flucht aus der DDR schon seit vielen Jahren im Westen.

Am 14. Mai (Donnerstag) um 16.00 Uhr findet ein Fußballspiel zwischen den Veteranenmannschaften des FC Paxtakor und der Fußballföderation Usbekistans im Gedenken an die vor 30 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Spieler des Fußballklubs „Paxtakor" statt. Im Anschluss, um 18.00 Uhr, wird im Republikanischen Theater des „Jungen Zuschauers" ein Erinnerungsabend stattfinden. Es wird zudem eine Gedenkfotoausstellung zum selben Thema eingerichtet.

Beendet wird die Projektwoche „Geschichte und Identität" mit der Vorführung des Films „Das Leben der Anderen" am 15. Mai (Freitag) um 16:00 Uhr im Muzei Kino. Der mit einem Oscar und weiteren hochkarätigen Auszeichnungen prämierte Film von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006 erzählt die Geschichte eines Stasi-Mitarbeiters in den achtziger Jahren in Ostberlin, der auf einen verdächtigen Theaterregisseur angesetzt wird. Was wie ein Routinefall beginnt, entwickelt sich für den Betroffenen bald zu einem Wendepunkt in seinem Leben.

Aus Anlass des fünfjährigen Jubiläums der Projektwoche „Geschichte und Identität" haben die Organisatoren eine Website eingerichtet, die unter www.istoriya.uz aufgerufen werden kann.
Alle Veranstaltungen werden ins Russische übersetzt.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Projektwoche ist frei
Adressen der Organisatoren:

Goethe-Institut Taschkent                               Friedrich-Ebert-Stiftung
Amir Timur ko`chasi 42                                         Qibray ko’chasi 8
100000 Taschkent, Usbekistan                             700077 Taschkent, Usbekistan
Tel. 234 23 90                                                       Tel. 268 00 66/97


Deutscher Volkshochschul-Verband              Deutscher Akademischer
Zarbog ko`chasi 33                                               Austauschdienst
100031 Taschkent, Usbekistan                             Rakat ko`chasi 2 A
Tel. 120 60 57                                                      100100 Taschkent, Usbekistan
                                                                             Tel. 140 04 83/84



Adressen der Veranstaltungsorte:

   
Goethe-Institut Taschkent                               Muzei Kino           
Amir Timur ko`chasi 42                                         Usbekistan-Straße 49a
100 000 Taschkent, Usbekistan                           Metro Usbekistan
Tel. 234 23 90                                                      Tel. 220 09 09

Republikanisches Theater                                Stadion der Fußballföderation
des Jungen Zuschauers                                    Usbekistans

Abdulla Quadiri-Straße 13                                     Usbekistan-Straße 98a
Taschkent                                                              Taschkent